Nichts. Aber eben doch nicht Nichts..

Und irgendwie hat jeder diese eine Person im Leben, diese Person, die man nie so richtig aus seinem Kopf bekommt. Bei der man genau weiss, es wird nie wirklich was Gescheites werden und trotzdem hört man nie auf, es zu probieren. Man schafft es nicht, sie zu vergessen, sie gehen zu lassen, obwohl es das beste wäre. Und immer, wenn es gerade okay ist. Wenn du doch nicht mehr ganz so oft an sie denkst, wenn du dein Glück ohne sie wieder gefunden hast, genau dann, wie sollte es auch anders sein, passiert etwas und du wirst wieder komplett zurück gezogen. Es wirkt als würde diese Person eine Nachricht bekommen: “Hey, X geht es wieder ziemlich gut zur Zeit. Sie scheint echt drüber weg zu sein und neue Erfahrungen zu sammeln. Na, wie wärs? Wollen wir alles wieder abfucken?” Und weil das natürlich wie eine super tolle Idee klingt, kommt es auch so. Man sitzt also glücklich zu Hause und schreibt gerade mit jemand neuem in seinem Leben und dann vibriert dein Handy. Und diese kleine Vibration wird gleich eine ganze Lawine auslösen. Ohne Erwartungen nimmst du dein Handy in die Hand, klar, du weisst ja auch nicht, wie das was du gleich lesen wirst, alles ändern wird… Tja, auf dem Display steht wieder dieser Name. Und mit dem Handy noch in der Hand triften deine Gedanken ab.

Es ist als wärst du in einen Sturm geraten und dein Gefühlschaos gleicht dem Aprilwetter. Die ersten Sonnenstrahlen sind heraus gekommen, die ersten Puppen haben sich wieder in Schmetterlinge verwandelt und trauten sich an die Luft. Blumen begannen zu blüten. Du warst endlich auf dem Weg der Besserung. Du hast den Winter und die Kälte hinter dir gelassen und langsam wurde die Welt wieder bunt um dich herum. Und wie das eben im April manchmal so ist, zieht von einer auf die andere Sekunde ein Unwetter auf, ausgelöst durch diese kleine Vibration und den Namen hinter dem grünen Symbol auf deinem Handy. Als würdest du im Wasser von einem Strudel erfasst werden, merkst du, wie dieser Name auf deinem Display dich wieder zurück zieht. Tief nach unten, und du weisst nicht was du fühlen sollst.

Dein Herz rast von einer auf die andere Sekunde in doppelter Geschwindigkeit, deine Handfläche wird etwas feucht und du hast wieder dieses Gefühl in dir. Das Gefühl an dem du so lange gearbeitet hast, dass es endlich weg geht. Du hast so lange gekämpft es wegzustossen. Wegzustossen, obwohl es eines der wundervollsten Dinge ist, die du jeh gespürt hast. Aber du weisst es tut dir nicht gut, es ist nur wie eine Fata morgana. Es scheint wunderschön, doch da ist nicht wirklich etwas.

Und so schnell ist dieses Chaos in dir drinne wieder da. Und mit dem Chaos kommen plötzlich 1000 Fragen auf: Was will er? Warum jetzt plötzlich? Vermisst er mich? Hat er mich immer vermisst? Will er einfach nur nicht, dass ich ihn vergesse? Was ist mit seiner Neuen? Was ist mit allem was passiert ist? W-Fragen über W-Fragen.

Und schlussendlich laufen alle Fragen auf diese eine zurück:

Was mach ich jetzt?

Da unser Kopf bei solchen Situationen gerne total unnütz wird, ob das geschlechtlich bedingt ist oder nicht sei mal dahin gestellt, auf jeden Fall können wir nicht einfach nüchtern darüber nachdenken. Nein, wir spinnen uns schon alle möglichen Situationen in unserem Kopf aus. Was würde passieren, wenn wir es einfach ignorieren? Aber nein, dass ist ja kindisch und wirkt so, als würde er uns noch etwas bedeuten. Andererseits zeigt es ihm vielleicht auch, dass er mir egal ist? Zickig antworten? – Hm.. auch nicht wirklich eine Option. Warum auch, es hat halt einfach damals nicht geklappt. Wirklich was Schlimmes ist ja meistens auch nicht passiert. Wenn wir ihm nett & normal antworte könnte das aber genau so wirken – à la wir sind jetzt nur Freunde. Freunde… ein komisches Wort für jemanden der unsere Welt so auf den Kopf stellen kann, nur mit einer einfachen Nachricht. Nein, Freunde seid ihr nicht, ward ihr wahrscheinlich nie. Obwohl – irgendwie wäre doch genau diese Art von Beziehung das beste zwischen euch. Aber wie soll denn das bitte funktionieren? Wie soll das gehen, wenn du wieder dieses Gefühl in deinem Bauch bekommst, wenn er in deine Augen schaut.

Aber was sind wir denn dann? Wir sind Nichts


 

Und trotzdem – in den ganzen Trümmern, Gedanken und Verwirrungen um dich herum merkst du plötzlich eines: du lächelst! Du lächelst, weil auf irgend eine Art macht es dich glücklich. Du brauchst dieses Chaos. Du brauchst das Drama. Das Drama mit ihm. Weil irgendwie gehört das schon dazu. Du liebst dieses Auf und Ab das du mit ihm hast. Diese Aufregung. Das Wissen, dass er dich so verrückt machen kann, aber es eben andersrum genau so ist. Er weiss genau welche Fäden er ziehen muss, damit du ihn nie vergessen wirst. Egal ob negativ oder positiv. Du spielst immer mit, machst cool, aber wenn du ehrlich bist? Ein schiefes Lächeln und dieses Blitzen in seinen Augen reicht und du würdest am liebsten wieder in seinen Armen liegen. Du weisst, was wirklich Ernsthaftes wird das wahrscheinlich nie werden, aber wieso das Gefühl missen, dass dir momentan kein anderer zu geben schaffen scheint? Warum nicht auf dieser Welle etwas mitschwimmen und schauen was daraus wird. Bei euch geht es eindeutig nicht um “the longrun”. Aber darum eine gute Zeit zu haben. Und dieses Spiel habt ihr perfektioniert. Ihr seid das Ideal von jemanden verrückt machen. Das Ideal von nicht mit und nicht ohne einander. Das Ideal von das Leben in vollen Zügen geniessen, und nicht immer über alles eine Pro- & Contraliste zu erstellen und an alle Konsequenzen zu denken. Du magst ihn. Du hast ihn vermisst. Er hat gefehlt, auf irgend eine Art. Er ist der Kerl, vor dem deine Eltern und deine Freunde dich warnen. Und genau dieser Punkt macht es so verdammt spannend und unverzichtlich. Er ist deine Sucht und das Gefühl, das er dir gibt, deine Droge. Vielleicht nicht für immer, abervielleicht für diesen Moment. Vielleicht ist es falsch, vielleicht aber auch genau richtig für eben diese Zeit.

Es ist eben doch nicht Nichts.

 

 

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